Der Komponist Mark Scheibe hat eine einzigartige Mission: Er will hörbar machen, wie Deutschland klingt – jenseits politischer Parolen, im direkten Kontakt mit den Menschen. Nach dem jüngsten Erfolg der „Singenden Balkone“ in Bremen, einem Musikfest mit Anwohnerinnen und Anwohnern aus über 90 Nationen, startet Scheibe nun eine bundesweite Initiative.
„Ich möchte in jedem Bundesland den Klang und die Worte der Menschen einfangen – ihre Stimmen, ihre Geschichten – und daraus Musik machen. So entsteht ein vielstimmiges Porträt dieses Landes, das wir gemeinsam bewohnen und gestalten – in einer Zeit, die uns herausfordert“, erklärt Scheibe und ergänzt: „Weil ich sicher bin, dass uns alle mehr verbindet als uns trennt.“
Brücke zwischen Hochkultur und Alltag Scheibe ist seit Jahren dafür bekannt, Grenzen zwischen Konzertsaal und Alltagskultur zu überschreiten. Mit dem Projekt „Die Melodie des Lebens“ brachte er gemeinsam mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen Jugendliche auf die Bühne und verhalf dem Zukunftslabor des Orchesters damit zur Auszeichnung mit dem ECHO Klassik für Nachwuchsförderung.
Er entwickelte und leitete Revuen an der Staatsoper Unter den Linden, im Admiralspalast und im Wintergarten Varieté Berlin. Immer wieder verbindet er professionelle Klangkörper mit Stimmen und Talenten aus der Gesellschaft.
Wie kann es aussehen? In der Burg Herstelle treffen wir uns für ein Wochenende mit etwa zwölf Personen, die Lust haben, mit Mark Scheibe die Erzählung ihres Lebens zu Liedern zu machen. In gemeinsamen Sitzungen und Einzelworkshops machen wir aus Biographie Songtext, singen viel gemeinsam, am letzten Abend machen wir ein kleines Konzert.
Mark Scheibe (geb. 1968 in Bremen) ist Komponist, Pianist und Sänger. Er arbeitet an der Schnittstelle von Konzert, Revue und gesellschaftlichem Experiment. Mit Projekten wie „Die Melodie des Lebens“ oder den „Singenden Balkonen“ verbindet er seit zwei Jahrzehnten Menschen unterschiedlichster Herkunft über die Musik. Mit seiner wöchentlichen Kolumne „Sonntagskind“ macht er seit 2021 das Leben selbst zum Kunstwerk. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er eine Neubetextung der Nationalhymne, 2020 führte er in der Elbphilharmonie seine „Deutschland-Symphonie“ auf.